Seele
Die Seele ist der Teil des Menschen, der lebt, der ihn lebendig macht. Die Seele ist das Wesen oder die Natur des Menschen.
Es ist ein großer Irrtum, zu glauben, irgendwas könnten wir ohne Seele tun, ganz im Gegenteil, alles, was wir tun und wie wir es tun druckt auch unsere Seele und unseren Seelenzustand aus.
Mit dem, was wir hören, sehen, denken und erfahren, können wir unsere Seele erschrecken, schädigen oder nähren und erfreuen.
Mehrdeutigkeiten des Begriffs "Seele" von Wolfgang Mack (Frankfurt)
Die Seele konnotiert auch so etwas wie den Wesenkern des Menschen, denn der Verlust der Seele scheint etwas zu sein, das einen Menschen entmenschlicht.
Darin kann man auch ein wichtiges Bedürfnis erkennen, das sich am Festhalten des Wortes 'Seele' ausdrückt. Es ist das Bedürfnis, die vielen seelischen Eigenschaften, die jemand hat, an etwas festzumachen. Die Seele bezeichnet das Insgesamt dessen, was wir der Innerlichkeit zuordnen, wobei die Innerlichkeit phänomenal nicht der Körper ist, sondern phänomenal etwas im Körper zu sein scheint. Phänomenal erlebt jeder eine Grenze zwischen innen und außen. Dazu gehören Widerfahrnisse wie die Emotionen, die Musik in mir auslöst, die Assoziation von Bildern, scheinbar anlasslose Einfälle, aber auch die phänomenale Urheberschaft, wenn man sich in sein Inneres vertieft, um Er-Innerungen an Nicht-Gegenwärtiges zu vergegenwärtigen, also so etwas wie 'mentale Reisen'. Einmal präsent Gewesenes kann als Re-Präsentiertes wieder hervorgerufen werden. Die innere Rede mit sich selber gehört auch dazu, verbunden mit der Überzeugung, dass die anderen nicht sehen, was ich denke, aber auch Emotionen, die mit inneren Konflikten verbunden sind. Eine zentrale Rolle dafür, diese als Inneres erfahrenen Zustände zu einem eigenen Gebilde zu verdichten, spielen sicher außergewöhnliche Bewusstseinszustände wie Träume, überhaupt das Phänomen des Schlafens, in dem die Seele weg ist und am Morgen wiederkehrt, oder alle Formen des Außer-sich-Seins, der Ekstase, sei es im Rausch, beim Halluzinieren, im Orgasmus, in der Hypnose oder in Tranceerlebnissen. Phänomenologie schon eine einfache biologische Deutung von Seele als Lebensprinzip gegeben, die dann Aristoteles im Rahmen des Aufbaus erster Grundzüge einer Biologie entsprechend wissenschaftlich systematisiert hat (vgl. Detel, 2005). Es spricht vieles dafür, dass wir also phänomenale Grundlagen dafür haben, eine Seele als vom Körper zu unterscheidende, selbständige Entität vorzustellen.

